Stichwortsuche: Tochter töten Iranischer Pinguin Geburtstagfeier in den Bergen Wie wird man Hadchi (Auflagen im Koran) (1) An der ägäischen Küste zwischen Edremit und Kücükkuyu, etwa dort wo vor der Küste die ![]() griechische Insel Lesbos liegt, gibt es einen Gebirgszug namens Kazdagi. Das heißt auf deutsch 'Gänseberg'. Der Gipfel auf dem wir sitzen befindet sich in diesem Gebirge. Er ist etwa so hoch wie der Brocken im Harz. Von den Leuten aus der Umgebung habe ich die Geschichte von diesem Berg erfahren. Alle erzählen sie. Jeder etwas anders, aber die Quintessenz stimmt. Vor etwa 300 [?] Jahren. Hat dort in einem Dorf ein Mann gelebt der eine blonde Tochter hatte. Diese hatte unter anderem die Aufgabe die Gänse zu hüten. Aber offensichtlich hatte dieses Mädchen einen Liebhaber, was sich in dörflichen Kreisen schnell herumsprach. Weil alle es als Schande empfanden wurde der brave Vater bedrängt, daß er
seine Tochter töten solle um die Schande aus zu merzen.
Der Vater liebte seine Tochter zu sehr und erdachte eine List. Er sagte zu seiner Tochter:"Nimmt die
Gänse und komm mit mir Du sollst sie in den Bergen hüten."
(2) Er wanderte mit seiner Tochter in das karge Gebirge, wo die Dorfbewohner nicht hingingen. Dann befahl er Ihr für eine Weile dort die Gänse zu hüten und nicht ohne sein Geheiß zurück zu
kommen. Sie richtete sich auch danach. (Ich denke mal sie wird nicht so naiv gewesen sein und
schon gewusst haben, was die Glocke geschlagen hat). Nach langer Zeit kam der Vater von der Hadch [das ist eine Pilgerfahrt nach Mekka, die ein jeder Moslem einmal im Leben gemacht haben soll wenn die Familie durch die Finanzierung nicht in Not gerät] zurück und die Dorfbewohner
behaupteten, daß Sarikiz (blondes Mädchen) in den Bergen Pilgerern half. Das war für den braven
Vater zu viel. Er eilte in die Berge und siehe da, seine Tochter war noch dort. Sie hatte trotz
Kärglichkeit und langer Winter (immerhin liegt dort oben bis Mai Schnee) viele Jahre überlebt. Die
kleinen Trockenmauern, die sie in der Zeit für die Gänse überall errichtet hatte kann man heute noch sehen. (3)Jedes Jahr an einem bestimmten Sommertag hat dieses Sarikiz (Blondes Mädchen) Geburtstag,
der dann auch gefeiert wird. Dann kommen aus der, auch weiteren, Umgebung die Leute
zusammen. |
Es sind unter anderem Olivenbauern (die zu dieser Zeit wenig Arbeit haben) und auch
einige Geschäftsleute (die Ihre halbe Familie zu Hause lassen um die Läden offen zu halten), und so
weiter. Sie bilden in der authentischen Umgebung, in einer großen Talsenke ein Camp. Dort wird
mit Böllerschüssen aus Jagdflinten, Grillen, manchmal feuchtfröhlichem geselligen Beisammensein
der Männer und Teeabenden der Frauen eine Art Gedenkfeier veranstaltet. Jeder Neuankömmling
wird wiederum mit Böllerschüssen empfangen. Hier kennt jeder jeden, oder man lernt sich schnell
kennen und erwartet auch jeden im nächsten Jahr wieder. Wir und unsere Nachbarn aus unserem
Ferienort waren dorthin von einer Dorfgemeinschaft eingeladen und hatten mit derselben eine
stundenlange Serpentinenfahrt auf der Ladefläche eines alten Lastwagens ertragen um dorthin zu
gelangen. (4)All die Leute sind verhalten stolz darauf, daß sie turkmenisches Blut in den Adern haben. Die ![]() Frauen tragen zu diesem Fest auch manchmal ihre traditionellen Kleider. Sie sind der Meinung, dass wenn sie ihren Kopf bedecken wollen, sie ja ihre hübsche traditionelle Kleidung tragen können und nicht wie 'ein iranischer Pinguin' herumlaufen müssen. Normalerweise wird diese Kleidung nicht
benutzt, aber eigentlich hat fast jede Frau dort solche phantasievoll selbst gefertigte Kleidung im
Schrank. Keine der angesprochenen Frauen dort oben wollte sich in ihren Kleidern fotografieren
lassen. Aber unsere Gastgeber boten an ihre Kleidung an meine Frau und unsere Nachbarin aus zu
leihen. Darauf zogen die beiden Frauen die Kleidung an und wir durften so manchen erstaunten
Blick ertragen. Die Frau in der turkmenischen Kleidung mit dem deutschen Mann.![]() Das Camp war ziemlich groß und fast jeder ging mal an unserem Platz vorbei um mit ein paar verstohlenen Blicken nach uns beiden zu schielen. Wir waren an jenem Tage bestimmt das Kontrastprogramm. Der Deutsche mit der Frau die wie eine Turkmenin aussah. (5) Wir haben uns unter diesen Leuten mit ihrer einfachen Art zu leben sehr wohl gefühlt. Diese Leute fühlen sich dort in den Bergen, in ihren Zelten offenbar auch sehr wohl. Die Bezirksregierung hat eine Bestimmung erlassen, die diesen Aufenthalt auf 14 Tage pro Jahr beschränkt um dort die Umwelt nicht zu schwer zu belasten. |