Das Leben ist nicht leicht

Das Leben ist um so schwieriger, je weiter die Menschen von der Asphaltierten Straße und somit um so weiter von der nächsten Kreisstadt entfernt wohnen. Mal eben bei unpässlichkeit Krankmachen? Was ist das? Kennt keiner! Ist außerhalb ihrer Vorstellung. Versichert sind sie nicht. Wovon auch? Nur wer in einem bezahlten Arbeitsverhältnis steht muss auch versichert werden. Die gesundheitliche Versorgen wird durch den Staat in den Kreiskrankenhäusern gewährleistet. Aber die kommen nicht zum Patienten. Die Wartehallen sind meist hoffnungslos überfüllt. Es klingt makaber und widersinnig. Aber selbst wenn Du am Stock gehst musst Du noch fit sein. Sonst bist Du schnell ein Fall für den Sarg. Die Angehörigen können die Kranken nur bedingt mit durchschleppen weil sie viel zu viel von ihrer Kraft bei der Arbeit in der Landwirtschaft einsetzen müssen. So pflegen zum Schluss Alte die Alten. Die junge Generation fehlt meist weil sie in die Städte abwandern. Der schlechtest bezahlte Job in Istanbul bringt mehr als die schwere Arbeit in den kleinen Dörfern. Das Aussterben der abgelegenen Dörfer ist vorprogrammiert. Viele Häuser stehen leer. Trotzdem habe ich in diesen Dörfern keine verbissenen Menschen kennen gelernt. In den Großstädten schon.



Bäuerliches Wohnzimmer


In solchen Räumen spielt sich das häusliche Leben ab. An den Wänden die Sitzpodeste, die nachts als Betten genutzt werden. Die Mauersteine und Fachwerkbalken liegen teilweise frei. Die Fugen werden meist nur noch so gefestigt, dass der Kalk nicht sandet.
Überall werden einfache Teppiche ausgelegt. Keiner geht mit Straßenschuhen in die Wohnetage. Jeder ist auf peinliche Sauberkeit bedacht.
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